Meine Philosophie

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Sowohl Yoga als auch Akrobatik können unser Leben auf so viele unterschiedlichste Arten bereichern dass ich immer wieder staune.

Hier möchte ich meinen persönlichen Zugang zu beiden „Welten“ beschreiben und meine Definition der Begriffe vorstellen.

 ***** „Mein“ Yoga *****

Heutzutage kennt jeder den Begriff Yoga, doch dessen Bedeutung wird sehr unterschiedlich verstanden. Deshalb möchte ich hier meine persönliche Sichtweise beschreiben. Vieles davon gilt genauso auch für Übungen aus der Akrobatik, dort stehen jedoch andere Themen im Vordergrund die ich weiter unten beschreibe.

In unserer modernen Welt wurde Yoga vielerorts zu einem exotischen Fitnessprogramm degradiert. Eigentlich ist es aber so viel mehr. Yoga ist ein spiritueller Pfad, eine Reise zu sich selbst.

Die körperlichen Übungen dienen dabei als „Werkzeuge“. Wenn wir uns in merkwürdige extreme Stellungen verbrezeln, oder minutenlang in anstrengenden, komplexen Haltungen verharren, sind Steigerungen von Flexibilität, Körperspannung und Stärke nicht das primäre Ziel.

*** Bedeutung für unsere Gesundheit ***

Um gesund zu sein müssen wir sowohl eine ausgeglichene innere Haltung kultivieren, als auch unseren Körper möglichst gut kennen und seine Sprache verstehen lernen, also die Kommunikation mit ihm schulen. 

Es gibt heutzutage extrem viele Schulen und Methoden zur Verbesserung des Körpergefühls und Körperbewusstseins. Manche sind mehr auf Heilung ausgerichtet, andere mehr auf Fitness, aber letzten Endes verfolgen sie alle die gleichen Ziele: Gesundheit und Wohlbefinden.

Wie bei so vielen Dingen gibt es auch hier mindestens so viele Wege wie es Wanderer gibt. Manche Menschen können anderen helfen auf ihrem Pfad besser voran zu kommen. Doch keine Hilfe funktioniert für alle Menschen gleich gut. So muss jeder seinen ganz persönlichen Weg selbst finden. In meinen Klassen ist mein oberstes Ziel Anregungen, Inspirationen, neue Perspektiven, Ideen und Möglichkeiten zu vermitteln.

Für mich ist Yoga eine unglaublich reiche Ansammlung von Ideen, Techniken und über viele Generationen gesammelten Erfahrungen die mir schon so viel gegeben und geholfen haben, und es noch lange tun werden. Die Extremstellungen helfen mir zum Beispiel immer wieder die Grenzen meiner Beweglichkeit und meiner körperlichen Möglichkeiten auszutesten und Wege zu finden sie zu erweitern. Indem ich immer wieder neue Asanas (Haltungen) kennen lerne und auch die mir bekannten immer wieder auf spielerische Art und Weise neu erfahre und neue Verbindungen suche, lerne ich meine Bewegungsmuster bewusster zu erkennen, neu zu bewerten, Alternativen zu entdecken und letzten Endes die Art wie ich in meinem Körper lebe und wie ich ihn benutze zu optimieren.

*** Auswirkungen auf den Geist und unser alltägliches Leben ***

Unser Körper ist auf verschiedenen Ebenen auf unterschiedlichste Weisen mit unserem Geist verbunden. Viel enger als uns oft bewusst ist.

Indem wir unseren Körper besser kennen lernen, lernen wir auch viel über unser ganzes Wesen. Die ungewohnten körperlichen Positionen ermöglichen auch dem Geist neue Perspektiven, auch wenn wir diese im ersten Moment oft nicht als solche erkennen. Das beste Beispiel dafür ist die Umkehrhaltung die wir im Kopf- oder Handstand erleben. Die Welt steht buchstäblich auf dem Kopf.
Aber auch bei „einfacheren“ Dingen können wir dieses Konzept finden. Wenn wir zum Beispiel in eine Dehnung sinken, arbeiten wir dabei nicht nur an unserer körperlichen Flexibilität, sondern können auch die geistige Flexibilität neu entdecken und verbessern. Die meisten Bewegungseinschränkungen sind neurologisch. D.h. um beweglicher zu werden muss nicht einfach ein Muskel länger werden. Es muss sich in unserem Hirn etwas verändern. Und das möglicherweise nicht nur in der Body-Map.

Indem wir den Körper durch komplexe anstrengende Bewegungen und Haltungen herausfordern, während wir gleichzeitig eine ruhige, meditative innere Haltung aufrecht erhalten, trainieren wir auch unsere Fähigkeit im Alltag, wenn uns das Leben herausfordert, ruhig, fokussiert und konzentriert zu bleiben.

Im Yoga geht es nicht darum etwas zu erzwingen. Eine Dehnung zum Beispiel sollte niemals schmerzhaft sein. Fühlt sie sich im ersten Moment so an, ist das eine Einladung spielerisch zu erforschen warum der Körper da nicht loslassen will. Aber natürlich nicht indem man mit dem Kopf durch die Wand rennt.

Yoga ist gewaltfreie Kommunikation zwischen Körper und Geist. Wie in jeder guten Kommunikation müssen dabei beide Gesprächspartner reden aber auch zuhören können und dürfen. Wenn nur der Geist dem Körper Befehle gibt ohne dessen Rückmeldungen wirklich zu beachten, ist dies weder gewaltfrei noch Kommunikation, sondern ein brutaler, ignoranter Monolog. Unsere Kommunikationsfähigkeit in uns selbst zu schulen kann auch unsere Kommunikation mit anderen Menschen nachhaltig verbessern.

*** Spirituelle Komponente ***

Ursprünglich wurde Yoga als Weg zu spiritueller Erleuchtung entwickelt. Dieses Ziel scheint dem modernen Menschen oft als etwas seltsames, esoterisches, für Menschen die einen Hang zu religiösen Theorien haben und aus welchen Gründen auch immer Glaube an Überirdisches brauchen. Für mich ist eine Spiritualität die nur aus uralten, tausendfach hin und her übersetzten Mythen und Glaubenssätzen besteht kaum interessant. Yoga jedoch hat spirituelles Wachstum für mich zu etwas Erfahrbarem gemacht.

Viele denken Meditation sei nur etwas für Menschen die gerne zwischen Räucherstäbchen sitzen und versuchen krampfhaft etwas “Übersinnliches“ zu erleben oder zu erreichen. Ich möchte hier nicht in theologische Diskussionen abschweifen, jedoch habe  ich selbst immer wieder erleben dürfen dass Meditation uns Erfahrungen bescheren kann die jenseits von materieller Rationalität liegen und unser Leben auf vielfältige Art bereichern können.

Eine der Grundübungen der Meditation ist es den Geist zu leeren, quasi für einen Moment aufzuhören zu denken. Wer nicht nachvollziehen kann warum das sinnvoll sein soll, möge es entweder einfach ausprobieren oder den Rest dieses Absatzes überspringen. Ein Phänomen das viele Sportler erfahren – bewusst oder unbewusst – ist, dass in einem Moment höchster Konzentration auf den Körper und die Bewegung, der Gedankenfluss für einen Moment aufhört.  Man ist nur noch in diesem Moment, bei dieser einen Sache. Das kann ein unglaublich schönes Gefühl sein. Aber zuhause einfach still zu sitzen und zu versuchen nicht mehr zu denken, ist in unserer schnelllebigen Zeit für viele Menschen nicht sehr zielführend und selten erfolgreich. Yoga kann es ermöglichen diese Erfahrung bewusst durch die vollständige Konzentration auf eine körperliche Herausforderung zu erleben. Außerdem kann man mit Yoga auch üben diesen Zustand mit der Zeit immer leichter zu erreichen, indem man die Komplexität der körperlichen Herausforderung langsam reduziert. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Ziele der Meditationspraxis die Yoga für viele Menschen leichter erfahrbar machen kann und somit auch spirituelles Wachstum ermöglicht.

***** Partnerakrobatik *****

Dass mein Zugang zu Yoga so verspielt und offen ist, liegt sicher auch an meiner Liebe zur Akrobatik und den damit verbunden Qualitäten und Erfahrungen.

Akrobatik ist für mich der direkteste, einfachste Weg das innere Kind wieder zu beleben, wieder zu erleben. Wenn man nicht gerade für eine Show trainiert und auch jegliche Wettkampfgedanken aus seinem Kopf  fernhalten kann, dann ist es die pure Leichtigkeit, die pure Lebensfreude. Einfach spielen, lachen, kreativ sein, aufeinander herum klettern und purzeln mit einander wachsen und ab und zu begeistert staunen was gemeinsam alles machbar ist, wie unendlich die Möglichkeiten sind.

Akrobatik birgt außerdem großes Potenzial auf zwischenmenschlicher Eben. Vertrauen, Teamarbeit und Kommunikation sind ganz zentrale Themen die hier sehr direkt und spielerisch erfahren und geschult werden können.

***** Akroyoga *****

Die Kombination von Akrobatik und Yoga ermöglicht in jeder einzelnen Klasse den Prozess vom „Ich“ zum „Du“ zum „Wir“ zu erleben. Wir beginnen mit einem Yoga Warmup, das uns hilft in unserem eigenen Körper anzukommen. Anschließen gehen wir zu Partnerübungen über, beginnen andere Menschen wahrzunehmen und langsam eine gute Verbindung aufzubauen, bevor wir schließlich gemeinsam an Tricks und Übungen arbeiten, in denen wir im Idealfall von der Identifikation mit unserem Körper zu einer Identifikation mit dem Gesamtkonstrukt aus zwei oder mehr Menschen übergehen. Etwa wie ein Autofahrer der beim Einparken sagt „In diese Parklücke passe ich nicht hinein“.  Mit „Ich“ meint er in diesem Fall natürlich nicht seinen Körper, sondern seinen erweiterten Körper inklusive Auto.  Mit einem anderen Menschen ist das natürlich nicht immer so leicht wie mit einem leblosen Objekt wie dem Auto, aber letzten Endes ist dies eine zentrale Fähigkeit die uns zu einem guten Teamspieler macht.

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